Ich bin ein typischer Dürfer und ein miserabler Müsser

 

Geboren am 15. Mai 1912 in Basel. Acht Jahre Schule haben wenig gebracht, ich träumte. Drei Lehrjahre als Flachmaler und sieben Jahre Malergeselle. 1938-1939 Kunstklassen der Gewebeschule bei A. Mayer und A. Fiechter. Seit 1939 selbständig. Erste Ausstellung 1934 in einem leerstehenden Ladenlokal und Weihnachtsausstellung Kunsthalle. Seither unzählige Ausstellungen meist erfolglos, Künstlers Erdenwallen. Teilnahme an verschiedenen Wettbewerben des Staatlichen Kunstkredites mit wechselndem Erfolg, siehe oben. Bin halt kein Chamäleon. Um den endlosen Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, verzichte ich seit rund 25 Jahren darauf, an den öffentlichen Wettbewerben teilzunehmen, was meinem seelischen Wohlbefinden ausserordentlich zuträglich zu sein scheint. Ich ertrage offensichtlich keinen Zwang, ich tue, wenn ich darf, alles, wenn ich muss, nichts, ich bin blockiert. Kommt das Müssen aus mir heraus, dann bin ich sogar froh und gehe mit dem ganzen Elan an die Aufgabe. Dies ist so ungefähr das, was ich über mich zu sagen habe. Ich bin ein typischer Dürfer und ein miserabler Müsser.

 

Max Kämpf 1980

Selbstbildnis 1972

Der Mensch Max Kämpf

Er wurde am 15.5.1912 in Basel geboren.

Nach dem Besuch der Grundschulen begann er 1927 eine Lehre als Flachmaler. Sein Vater starb 1931, da war er Malergeselle. Schon während der Lehre malte er Stillleben, Landschaften und kopierte berühmte Maler. Van Goghs Werk beeindruckte in stark, auch Hans Holbein d.J. und Arnold Böcklin faszinierten ihn. Seine ungewöhnliche Begabung trat 1933 in den Werken «Strassenarbeiter» und 1934 in «Die Emigranten» auf. Durch diese Bilder wurde er schlagartig in der Basler Kunstszene berühmt. Auf lokaler Ebene war er in seinem Schaffen in den 30er und 40er Jahren mit dem «Graumaler» Walter Schneider (1903-68) und Coghuf (1905-76) verwandt. 1937-38 besuchte er die Basler Kunstgewerbeschule, die ihm maltechnisch neue Kenntnisse brachte. Erste Ausstellungen und die Beteiligungen an verschiedenen Wettbewerben u.a. für ein Wandbild an der Fassade des Waisenhauses fanden statt. Das Werk mit dem Titel «Traumflug» wurde vom staatlichen Kunstkredit angekauft und im Basler Kunstmuseum ausgestellt.
 
1948 gründete er mit Freunden die «Kreis 48» als Gegenstück zur «Gruppe 33» und zur GSMBA. 1958 bereiste er China. Es entstanden viele Skizzen, die vielen Eindrücke der Reise entfachten seine Fantasie. 1973 reiste er zum ersten Mal mit Tilly Chobaz, seiner Lebensgefährtin in die USA. Die grossartigen Naturerlebnisse in den Nationalpärken und Reservaten im Westen und Südwesten und die Begegnung mit den Navajo-Indianern prägten nachhaltig sein Spätwerk. In seiner zweiten Reise 1975 beschränkte er seinen Aufenthalt auf den Staat Utah, wo er wieder den Kontakte mit den Navajo-Indianern suchte, um seine Eindrücke der ersten Reise zu vertiefen.
 
Im Frühsommer des Jahres 1979 erfuhr er von seiner Krebserkrankung. Er unterzog sich einem schweren chirurgischen Eingriff, der - wie die Zukunft zeigen sollte - mindestens sein Leben verlängerte und ihm ermöglichte, sein künstlerisches Schaffen wieder aufzunehmen. Im Sommer 1980 unternahm er seine letzte Reise in die USA und blieb auch diesmal wieder in Mexican Hat in Utah. Zurück in Basel folgten noch einige Ausstellungen, und 1982 malte er seine letzten Werke.
 
Seine ersten Bilder waren dunkeltonig, fast zähflüssig, doch mit der Zeit wurden die Linien feiner und beschwingter, ohne ihre Intensität zu verlieren. Seine ausgesprochen bildhafte Begabung machte es ihm unmöglich, den Weg abstrakter Stilsprache einzuschlagen. Seine Themen waren sozialkritisch, Erinnerungen seiner ärmlichen Jugend. Das verband ihn auch mit den Indianern, er fühlte sich schicksalsmässig mit ihnen verbunden, sie waren nahe Verwandte zu den Sozialdeklassierten seiner Jugend. Nicht zu vergessen sind seine Laternen, Larven und Kostüme, die er für die «Kuttlebutzer» in den 60er Jahren kreierte - seine Fasnachtsfiguren waren ausgefallener als die der anderen Cliquen und es liess sich seinesgleichen in der fasnächtlichen Kunst suchen.

Max Kämpf starb am 26.9.1982 in seinem Atelier in Basel.

 

Biografie

 

1912       Geboren am 15. Mai an der Riehentorstrasse in Basel als Sohn eines Bäckermeisters. Max Kämpf war das jüngste von                         vier Kindern der Familie

1919–27   Primar- und Sekundarschule im Kleinbasel
1927–30   Lehre als Flachmaler
1931         Tod des Vaters
1931–38   als Malergeselle tätig, Marathonläufer

1932         Van-Gogh-Ausstellung in der Kunsthalle, Max Kämpf ist stark beeindruckt

1934         Max Kämpf wird mit seinem Bild Emigranten in Basel über Nacht bekannt, er kommt als 22-jähriger Flachmaler ins 

                 Rampenlicht der Basler Kunstszene. Erste Ausstellung von Max Kämpf in einem leerstehenden Ladenlokal
                 Teilnahme an der Weihnachtsausstellung des Basler Kunstvereins

1937/38    Basler Kunstgewerbeschule bei Albrecht Mayer und Arnold Fiechter; Lernt Julie Schätzle kennen, bis 1969 stellen
                 Julie Schätzle und Max Kämpf wiederholt gemeinsam aus

1939         bezieht geräumiges Atelier im Hinterhaus des St. Johannsring 133; Militär: HD, Velofahrer, bemalt Bunker

1938/39    es entstehen vier Fassungen zu Stürmende Masken

1938–43   Kinderbildnisse, Gruppen von Gassenbuben (auch als 'Freunde' bezeichnet)

1941         Beteiligung am Wettbewerb des Staatlichen Kunstkredits Basel-Stadt für ein Wandbild an der Fassade des

                 Waisenhauses am Theodorskirchplatz, die Arbeit wurde zur Weiterbearbeitung und der Entwurf Traumflug von der

                 Jury zur Ausführung empfohlen. die Realisierung des Wandbild unterbleibt leider auf Entscheid der Kommission             

                 des Waisenhauses. Das Werk wird vom Staatlichen Kunstkredit angekauft und ist im Basler Kunstmuseum ausgestellt

1941         Anonymer Wettbewerb für ein Tafelbild im Restaurant Kunsthalle, mit dem Welttheater liegt Max Kämpf ex aequo  

                 mit Albert Aegerter auf dem 3. Rang.

1941/42    Es entstehen Im Keller und Menschen im Keller

1941–43   Aus einer Kindheitserinnerung entstehen mehrere Werke mit dem Titel Bettler

1942–44   Der Sommer

1944         'Fertigung von Das erste Paar, Der Krieg, Kain und Abel und  Abel

1945          Wandbildentwurf (Fresko) Atlantis für das Humanistische Gymnasium Basel (wurde als Wandbild nicht ausgeführt)

1946         Die Forschung im Dienste des Kranken, Triptychon für Roche

1946/47     Es entstehen religiöse Themen in Freskotechnik: Der zwölfjährige Jesus im Tempel,

                Kreuzigung (drei Fassungen), Die Verspottung Christi

1947          Mutter mit Tieren, Fresko (auch «Anbetung der Tiere» genannt)

1947          Paradies

1947–49    Die Hölle

1948          Gründung der Basler Künstlergruppe Kreis 48,
                  Gründungsmitglieder: Heinrich Barth (Bodin), Jean-François Comment, Romolo Esposito, Karl Glatt, Max Kämpf
                  Alex Maier, Peter Moilliet, Theo Lauritzen, Toni Rebholz,
                  Julie Schätzle, Paul Stöckli, Gustav Stettler und Hans Weidmann.

                  Ausstellung der ganzen Basler Künstlergruppe Kreis 48 in der Galerie Beyeler, Basel

                 Atelier und Wohnung an der Rheingasse 46
                 Ausstellung Kunsthalle Bern

1949–60   Atelier und Wohnung in altem Fabrikraum Hammerstrasse/Riehenstrasse

1950         Ausstellung der Basler Künstlergruppe Kreis 48 in der Kunsthalle Basel

                 Das Meer, Sgraffito für die Fassade der Kantonalen Handelsschule, Basel
                 Wanderausstellung, Kunstmuseum Bern und Kunstmuseum Winterthur: 'Schweizer Maler von Hodler bis heute'

1952/53    Geisterzug

1954         Auftrag des Staatlichen Kunstkredits Basel-Stadt: Wandbild im Wasgenring-Schulhaus Winternacht                

                 China-Reise mit Alfred Rasser

1954/55    Geistermusik

1950/57    Hölle und Paradies, Fresko

1955         Offizieller Auftrag zu einem Porträt der Kunstmäzenin Maja Sacher-Hoffmann

1956         vertritt die Schweiz an der Biennale Sao Paolo

1958/59    Folkwang Museum, Essen, London und Paris  (Schweizer Ausstellung)

1959         seine 76-jährige Mutter stirbt durch Arbeitsunfall

1960         Ausstellung, Kunsthaus Zürich und grosser Preis der Schweiz für Malerei

ab 1960    Atelier im Hinterhaus der Liegenschaft Pfeffingerstrasse 65

1962         Ausstellung im Kunstmuseum Luzern mit Otto Abt und Walter Bodmer
                 es entsteht das Theater, ein Fresko.

1963         Bildnis der Kunstsammlerin Maja Sacher-Stehlin,
seit 1955 entstehen Entwürfe
 

                 Ausstellung mit der Basler Künstlergruppe Kreis 48 in der Kunsthalle, Basel

1964         Ausstellung in der Galerie Läubli, Zürich, mit Peter Moilliet und Julie Schätzle

1965         Max Kämpf inspiriert die Fasnachtsclique 'Kuttlebutzer' an der Basler Fasnacht für die Kostüme

1967         Museum Allerheiligen, Schaffhausen

1969         Galerie Läubli, Zürich

1965–81   Darstellung von Masken in verschiedenen Techniken

1970–74  
ART Basel

1971         Bündner Kunsthaus, Chur: Walter Bodmer, Max Kämpf und Lenz Klotz als Zeichner

1972         Galerie Läubli, Zürich (zum 60. Geburtstag des Malers)

1973         erste USA-Reise, bereist mit Raymond Chobaz Utah, Idaho, Montana, Nevada, Arizona, New Mexico,  California,                                  Colorado, New York und Mexiko, Begegnung mit den Navajo-Indianern

1975         zweite USA-Reise: Utah
                 Ausstellung «Swiss in American Life» im Rahmen des Schweizerischen Generalkonsulates San Francisco an der                                  Universität von Utah, Salt Lake City

1978/79    12 schwarzweisse Panneaux  Römer für die Gaststätte Liebrüti/Augst für Roche

1979         ART Basel

 

                 Schwere Operation
                

                 Schweizerischen Schifffahrtsschule, Basel

1980         Städtischen Galerie zum Strauhof, Zürich

                 dritte USA-Reise: Mexican Hat, Utah


                 Kunstmuseum Olten

1981        Schloss Ebenrain, Sissach, Kunstverein Baselland

1982        am 26. September stirbt Max Kämpf an den Folgen seines Krebsleidens

 

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